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Die Hose
Ein bürgerlisches Lustspiel von Carl Sternheim
Premiere am 24. März 2001
Inszenierung - Klaus Helfricht
Bühnenbild/Kostüme - Roland Wehner
Regieassistenz - Dirk Lüdicke
Inspizienz und Soufleur - Dieter Beck
Theobald Maske, Beamter - Jakob Köln
Luise Maske, seine Frau - Sabine Weitzel
Gertrud Deuter - Barbara Schüler
Frank Scarron - Dimo Wendt
Benjamin Mandelstam, Friseur und ein Fremder - Andreas Edelblut
„Die Hose“ ist das letzte Theaterstück, das am Wittenberger Theater mit ausgebildeten Schauspielern produziert wird. Ab der kommenden Spielzeit wird es statt dessen einige Gastspiele anderer Bühnen sowie Aufführungen mit Laiendarstellern geben. Mit der Spartenschließung geht in Wittenberg ein Ära zu Ende, die einige Monate nach Kriegsende begann.
Carl Sternheims Klassiker „Die Hose“ wurde erstmals 1911 in Berlin aufgeführt. Zwei Jahre später prophezeite Franz Blei in der „Schaubühne“: „Man wird 'Die Hose' in hundert Jahren die spirituellste Komödie unserer Zeit nennen.“ Das Publikum in der Lutherstadt kann ab dem 24. März 2001 zur Premiere beurteilen, ob Blei, ein maßgebender, gefragter und gefürchteter Kritiker seiner Epoche, Recht hatte oder nicht.
Theobald Maske, eine Hauptfigur in „Die Hose“, ist stinksauer auf seine Gattin Luise. Zwar hatte die Gute ihre Hose mit einer Doppelschleife fest gebunden, doch rutschte das Kleidungsstück ihr dennoch vom Leib – und das auf offener Straße. Nicht genug, dass die Nachbarn die Nachbar das Missgeschick gesehen haben, nein, direkt vor den Augen des Herrn König ist es passiert. Welche Schande für Maske, der sich als treuer und einfacher Beamter im Dienste des Königs sieht.
Des einen Leid ist des anderen Freud – oder Lust? Der Anblick des entblößten Weibes weckte bei dem Adligen Scarron Begierde und Leidenschaft. Er mietet sich in ein freistehendes Zimmer bei den Maskes ein, um dem reizenden Weibe auf diese Weise näher zu kommen. Doch damit nicht genug. Ein weiterer Zeuge des morgendlichen Dilemmas und mittlerweile glühender Verehrer Luise Maskes, der Friseur Mandelstam, wird Untermieter bei Familie Maske.
Nun beginnt ein Hahnenkampf zwischen Scarron und Mandelstam. Für Luise gestaltet er sich amüsant, aber keinen der beiden Verehrer bringt er dem Ziel näher. Währenddessen beginnt Luises Gatte Theobald, mit dem das eheliche Liebesleben unaufregend erscheint, ein Techtelmechtel mit der Nachbarin Gertrud Deuter.
Das Lustspiel, das Unmoral und Spießertum vorführt, endet schließlich mit einem Sieg nach Punkten für den Unmoralischsten und Spießigsten.
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