Die Hochzeit des Figaro
Komische Oper von W. A. Mozart
Die Oper „Die Hochzeit des Figaro“ hat am 22. September 2000 am Mitteldeutschen Landestheater Premiere. Es ist die vierte Oper von Wolfgang Amadeus Mozart, die in den letzten Spielzeiten auf der Wittenberger Bühne inszeniert wurde. Nach „Cosi fan tutte“, „Don Giovanni“ und „Die Entführung aus dem Serail“ schließt der „Figaro“ den Mozartzyklus ab.
Die Oper basiert auf Beaumarchais' gleichnamiger Komodie „Die Hochzeit des Figaro“, die im Jahre 1784 erstmals aufgeführt wurde. Der Weltpremiere ging ein Verbot des französischen Königs Ludwig XVI. voraus, weil er in dem Werk eine Gefahr für den schwankenden, heruntergekommenen absolutistischen Staat und den ihn stützenden Adel sah. In Österreich erging es der Komödie ebenso: Kaiser Joseph II. verbot die Aufführung des Schauspiels, weil es viel Anstößiges enthält.
Und in der Tat: Das Intrigenspiel um den schlauen Figaro, der seine Zukünftige dem begehrlichen Ansinnen des Grafen entzieht und dabei seinen Herrn auch noch der Lächerlichkeit preisgibt, ist alles andere als harmlos. Die althergebrachten Standesunterschiede geraten in diesem Werk unter der Macht des Eros gehörig durcheinander. Die Personen werden dabei ständig entlarvt und der Versuch, Contenance zu bewahren, misslingt immer mehr. Hinter den Masken erscheinen auf einmal reale Menschen, die sich im Gestrüpp ihrer Gefühle verheddern und es nicht mehr schaffen, zur alten Ordnung zurückzufinden.
Kaiser Joseph II. ließ sich aber von Mozart, den der Stoff faszinierte, und von dessen kongenialem Librettisten Lorenzo da Ponte überzeugen, dass die geplante Oper – von allzu politisch Brisantem oder moralisch Verwerflichem gesäubert – doch aufzuführen sei. So kam es im Mai 1786 in Wien zur allerdings nur mäßig erfolgreichen Uraufführung. Umjubelt wurde die neue Mozart-Oper erst bei den folgenden Aufführungen in Prag. Heute zählt Figaro zu den unumstrittenen Highlights des internationalen Opernrepertoires.
Da Ponte formte die Schauspielvorlage Beaumarchais' zu einem äußert kunstvoll gestrafften, operntauglichen Text um, verdeutlichte Charaktere und Situationen, betonte das Intrigenspiel zwischen den handelnden Personen. Mozart ist mit dem Figaro auf dem Höhepunkt seines kompositorischen Schaffens. Seine Musik charakterisiert die Personen nuancenreich und verdeutlicht die Situationen durch musikalische Anspielungen, sei es in der Instrumentierung des Orchesters oder in einer bis dahin nicht gekannten Kunst der Ensemblegestaltung.
Musikalische Leitung - Jörg Iwer
Inszenierung - Markus Schuliers
Bühnenbild und Kostüme - Peter Kothe
P e r s o n e n
Graf Almaviva - Andreas Jören/Hans-Jürgen Zander
Gräfin Almaviva - Bettina Straub
Susanna - Johanna Beimler/Simone Ditt
Figaro -Gamaliel von Tavel
Cherobino - Maria Löwe/Annette Schneider-Utz
Marcellina - Maria Löwe/Annette Schneider-Utz
Basilio - Wolfgang Theis
Don Curzio - Dietrich Seydlitz
Bartolo - Hans-Jürgen Becke/Lars Unruh
Antonio - Rolf-Udo Kober
Barbarina - Andrea Dohnicht
(Doppelbes. in alphabetischer Reihenfolge)
Ensemble und Extrachor
|