Pierrot Lunaire/
Kammersinfonie op. 9

von Arnold Schönberg

Silke Dubilier
Silke Dubilier


Arnold Schönberg (1874-1951), Komponist aus Wien, gilt mit Recht als einer der großen Erneuerer der Musik im 20. Jahrhundert. Mit der Emanzipation der Dissonanz überschreitet er die Grenzen der Tonalität und erweitert das harmonische Klangspektrum der Musik mit einer bis dahin unerhörten radikalen Konsequenz. Bereits frühe Werke wurden vom Wiener Publikum ausgepfiffen, und der Name Schönberg geriet zu einem Synonym für Musikskandale. Dabei hatte der junge Schönberg nur die Einflüsse Wagners, Brahms oder Debussys aufgenommen und zu einem eigenen Musikstil weiterentwickelt, der ihn auf einem langen Weg zu seiner völlig neuen Kompositionsmethode mit den zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen einer Tonleiter führte.

Mit einem Konzert in szenischer Form, das von GMD Jörg Iwer geleitet und von Oberspielleiter Markus Schuliers inszeniert wird, trägt das Mitteldeutsche Landestheater mit zwei frühen Schlüsselwerken aus Schönbergs Schaffen zum Wittenberger Kultursommer 2000 bei. Aufgeführt werden die Kammersinfonie Nr. 1 für 15 Soloinstrumente von 1906 und der Melodramenzyklus „Pierrot Lunaire“ von 1912, den Silke Dubilier mit dem Orchester des Mitteldeutschen Landestheaters interpretiert. Dabei ist die Kammersinfonie ein prägnantes Beispiel der Quartenharmonik, die Schönberg an Stelle der Terz- und Quintfortschreitungen setzt, und „Pierrot Lunaire“ zeigt den expressiven Deklamationsstil nicht nur der Stimme, den Schönberg statt der „singenden“ Musik etabliert.

Silke Dubilier
Silke Dubilier


In den szenischen Rahmen eingebunden werden Textabschnitte aus Thomas Manns Roman „Doktor Faustus“, die Lars Unruh liest. In der Figur des Tonsetzers Adrian Leverkühn hat Thomas Mann in diesem Roman ein leicht ironisches Schönbergporträt gegeben und über eine neue Musik reflektiert.

Dieser Schönberg-Abend findet am Pfingstmontag, den 12. Juni 2000, um 21.00 Uhr in der stimmungsvollen Atmosphäre des Cranachhofs, Schloßstraße 1 statt.

Besetzung

Musikalische Leitung - Jörg Iwer
Regie - Markus Schuliers

Solistin - Silke Dubilier


Silke Dubilier
Silke Dubilier


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