Digitale Fototechnik hat die Fototechnik sehr verändert. Wie sieht es im Theater aus? Ist die digitale Technik für den Einsatz im Theater zu gebrauchen?
Vollautomatisch kommen sie daher und sind für die Fotografie im Theater nicht geeignet – ganz egal, ob analog oder digital. Selbst wenn mit dieser Technik hier und da einmal ein brauchbares Theaterfoto entstehen sollte. Das Ergebnis wird nicht reproduzierbar – also nachvollziehbar – sein. Gute Fotografie sollte jedoch nicht auf Zufälligkeiten angewiesen sein.
Es muss eine Spiegelreflexkamera sein. An dieser können Sie Blende und Verschlusszeit von Hand einstellen – sonst wird das nichts mit einer ordentlichen Belichtung unter extremen Lichtverhältnissen wie im Theater.
Die Leistungsfähigkeit digitaler Spiegelreflexkameras wurde in den letzten Jahren enorm verbessert. Je nach Verwendung der Fotos ist der Einsatz solcher Kameras vor der Bühne durchaus möglich. Konkret bei der Verwendung im Screen- und Printbereich (Monitor und Druck) hat der Einsatz digitaler Kameras Vorteile. Die Fotos sind sofort verfügbar und es entstehen keine Kosten durch Film- und Bildentwicklung. Digitale Spiegelreflexkameras sind ein gutes Werkzeug für Bildjournalisten.
Ich würde jedoch bei der Theaterfotografie nicht von Film auf CCD-Sensor und Compact-Flash wechseln. Denn bei der Leistungsfähigkeit in Sachen Farben und Auflösung/Schärfe ist der Film der digitalen Fotografie derzeit noch überlegen.
Fotografen, die mit Film arbeiten und trotzdem nicht auf digitale Bildbe- und verarbeitung verzichten wollen, sollten sich einen Filmscanner zulegen. Mit diesen Geräten bekommt man die Daten vom Film in einer hervorragenden Qualität in den Computer. Flachbettscanner haben den Nachteil, dass beim Umweg über die Bildentwicklung zusätzliche Informationsverluste entstehen.
Ob diese neue Technik die Erstellung von Theaterfotos in Dunkelkammern veralten lässt, scheint wahrscheinlich. Ob digitale Fotografie ein vollwertiger Ersatz sein wird, zeigt die Zukunft. Auf Dauer als problematisch erscheint mir, dass der fotografierende Nachwuchs vielleicht nie in einer Dunkelkammer war und zu wenig über die Grundlagen der Fotografie weiß. Das schafft Abhängigkeiten von Hard- und Software.
(Stand: Juni 2002)
Copyright für Text: Frank Straub
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